2011/01/22

Rohmy, Tangerine Dream & noch ein Einhorn

 "Umgarne sie, umspinnne sie, mach sie zu Deiner Kreatur"
Legende

Es war einmal eine Rohmy, die saß bei ihrer Mutter im Kompositionsunterricht und himmelte einen der Kursteilnehmer an- dieser erwähnte eines Tages dass er ein großer Liebhaber einer Gruppe namens "Tangerine Dream" sei, und weil die kleine Rohmy diesem jungen Mann imponieren wollte, behauptete sie schnell dass das wohl auch ihre Lieblingsmusik sei, und erlog sich damit ein paar Minuten ungeteilter Aufmerksamkeit.
Um aus dieser kleinen Lüge nachträglich eine Wahrheit zu machen, da Rohmy unter fürchterlichen Gewissensbissen litt, machte sie sich auf in die nächstgelegene Kaufhausmusikabteilung, um sich diese Musik einmal anzuhören. (Ich hoffe der liest das jetzt nicht und erinnert sich...)
Und verfiel in groooße Begeisterung.
Inklusive von da an Tangerine Dream- Poster an Jugendzimmertürwand- welches übrigens noch lange nachdem besagter Schwarm schon längst uninteressant geworden war dort hing.

Kommen wir damit also zu Teil zwei des heutigen Themas- auch ein Film in dem ein Einhorn eine entscheidende Rolle spielt, allerdings kein Zeichentrickfilm, sondern eine Realverfilmung von einem meiner Lieblingssregisseure Ridley Scott (u.a. Black Rain, Blade Runner, Alien & Gladiator), ein Genreklassiker namens "Legende".
Die Zusammenfassung spare ich mir, die könnt ihr hier nachlesen, ich möchte in dem Fall nämlich den Fokus auf die gerade erwähnte Musik richten- wurde der Soundtrack von eben erwähnten Tangerine Dream gemacht.
Tangerine Dream gelten neben Kraftwerk als Pioniere im Genre der elektronischen Musik mit dem großen Edgar Froese als einem der Gründungsmitglieder ("der große E. Froese", ich scheine noch im Zauberermodus zu stecken was Formulierungen angeht...), die Musik selbst ist unglaublich vielseitig, behält jedoch trotz dem immer aktuelle, gerade dem Zeitgeist oder "Trend" entsprechende Elemente mit einfließen, durchgehend eine ganz eigene Athmosphäre, ob kurzes rockiges Stück oder 20 Minuten langer, sphärischer Klangteppich , experimentell, spannend, fesselnd... unter Einsatz unter anderem von Synthesizern der Moog, Korg und Prophetreihe deren so charakteristisches klangerzeugendes Soundpotential bis zum Letzten ausgereizt werden (ach, nicht dass ich euch jetzt hier Vorträge über Synthesizer halten will und kann, dafür fragt ihr lieber Experten- aber nie werde ich ein früheres Bandprojekt vergessen, bei dem der Keyborder mich oder überhaupt außer ihm selbst niemanden sein Korg- Heiligtum auch nur ansatzweise berühren ließ- oder die stundenlangen Schwärmereien anderer Musiker eben über diese Geräte... darum fühle ich mich dazu verpflichtet, das jetzt alleine deretwegen hier noch mit zu erwähnen :))
Legende ist übrigens nicht der einzige Film bei dem Tangerine Dream für die musikalische Untermalung sorgten, so auch für unzählige weitere Filme, mir besonders im Gedächtnis geblieben ist noch "The Sorcerer" als interessanter Film, der zwar weniger durch seine Geschichte, als dafür umso mehr durch Athmosphäre und Bilder sehenswert wird, außerdem zeichnen sie sich noch für zwei Titelsongs für den deutschen "Tatort" mit Schimanski, nämlich die Episoden "Das Mädchen auf der Treppe" und "Miriam" verantwortlich, was ihnen auch mainstreammäßigen Erfolg bescherte
(Erinnerung Teil 3: Leute die in Radiosendungen anrufen und fragen ob der DJ denn nicht mal dieses Lied das neulich im Tatort kam spielen könnte...?)
Aber heute geht es um Einhörner, also konzentrieren wir uns wieder auf Legende- in dem Fall ein eher athmosphärischer/ ruhiger Tangerine Dream- Sound, der in manchen Momenten für meinen persönlichen Geschmack ziemlich unangenehm ins kitschig Poppige abrutscht, worüber aber, da das Gesamtwerk sehr gut und zum Film passend ist, hinweggesehen werden kann.
Zunächst das "Opening" Thema:


Schön düster, das "Darkness"- Thema:


... und der Titelsong- übrigens von keinem geringeren gesungen als Jon Anderson!
(Von der Gruppe Yes, falls jemandem der Name nichts sagen sollte), so schön (vor allem ab cirka Minute 5) dass man doch sofort die Augen schließen will... um Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen, die einen in eine lichtdurchflutete David Hamilton- extremweichzeichnerverschleierte Parallelwelt entführen,  inklusive Zuckerwattewolkenlandschaften mit Wasserfällen, Blumen, viiieeel Vogelgezwitscher und Sternenstaub:


Und bevor ich jetzt anfange von rosa Glücksbärchis zu reden mache ich Schluss für heute mit Legende, weise darauf hin dass es nächstes Mal wieder Rohmy- eigene Bilder gibt, entlasse euch bis dahin mit mit "Moondog Connection" noch ein wenig neuerer Musik von TD:


und beende die Klangreise mit einem Stück von der "Purgatorio", dem zweiten Album nach "Inferno" von Dante Alighieris "Divina Comedia"- Interpretation von TD:


Ich gehe nun mit Einhörnern spielen und verarbeite Tuch zu Feenkleidern, gesponnen aus Einhornmähnenhaar das
"so weich wie Löwenzahnflaum und so fein wie Federwolken ist."

Nur nochmal so zur Erinnerung.
(Und natürlich freiwillig an mich abgegeben, ich bin ja nicht König Haggard.)

Habt ein hypnotisches Wochenende :)


Eure Rohmy

4 comments:

Emilie said...

Unfortunately i do not really understand any of the german written here but great movie and music!

Jordan said...

nice songs thanks for sharing!

http://ectomorphmuscle.blogspot.com/ru

Comewhinewithme said...

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G said...

Excellent post - loved the music :)

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